„… wie auf wunden Füßen“. Ingeborg Bachmanns frühe Jahre

19. JUNI 2024 

Über die Jugendjahre Ingeborg Bachmanns ist immer noch wenig bekannt. Dabei hat die Autorin ihre Kindheit vielfach literarisch verarbeitet – in bemerkenswerten Gedichten, Briefen und Erzählungen. Einige dieser frühen Werke wurden bereits in unterschiedlichem Rahmen abgedruckt, andere obliegen immer noch den strengen Zugangsbeschränkungen der Nachlassverwalter.

Durch die Jugendtexte Ingeborg Bachmanns zieht sich eine Spur der Verwundung. Traumatische Erlebnisse werden angedeutet, Tragödien, die in den häuslichen Bereich verweisen und im Schaffen der Autorin Jahre später mit dem Naziterror und der historischen Wirklichkeit des 2. Weltkriegs verknüpft werden.

Erstmals präsentiert Regina Schaunig in ihrer biografischen Studie eine Sammlung früher Bachmann-Texte und stellt ihnen neue Berichte von Zeitzeuginnen, darunter Mitschülerinnen, Dokumente und Archivalien zur Seite. Auch in der Forschung bisher nicht berücksichtigte biografische Hintergründe werden zum Gegenstand ihrer Analyse gemacht, so etwa das Verhältnis der jugendlichen Schriftstellerin zu ihrem Mentor, dem Erzähler und Kulturpolitiker Josef Friedrich Perkonig und auch das in den Todesarten-Romanen wiederkehrende Thema der sexuellen Traumatisierung.

Die hier vorliegende erste Jugendbiografie Ingeborg Bachmanns mit einem Ensemble von rund vierzig frühen Gedichten bietet den Leserinnen und Lesern einen komplexen wie auch überraschenden Zugang zu einer der rätselhaftesten Autorinnen des 20. Jahrhunderts.

„… wie auf wunden Füßen. Ingeborg Bachmanns frühe Jahre“ wurde 2014 im Verlag Johannes Heyn in Klagenfurt veröffentlicht und ist im Buchhandel erhältlich.

Vgl. die Hinweise auf Perlentaucher.de und die Buchbesprechungen von Kurt Bartsch auf https://www.literaturhaus-wien.at/review/wie-auf-wunden-fuessen-ingeborg-bachmanns-fruehe-jahre/ und von Franz Haas in der Neuen Zürcher Zeitung

AKTUELL: 

Buchvorstellung am 3. Juni 2026 um 9:30 Uhr in der Reihe „Literatur am Vormittag“, Bücherei 9073 Viktring https://www.viktring.bvoe.at/veranstaltungen

Vortrag und Präsentation des Sammelbandes „Das hundertste Jahr“ am 19. Juni 2026, um 18 Uhr im „Bachmannhaus“, Henselstraße 26 (bei Schlechtwetter: Schweizerhaus) https://landesmuseum.ktn.gv.at/kalender?eid=1884

DAS HUNDERTSTE JAHR

Anlässlich des bevorstehenden 100. Geburtstags von INGEBORG BACHMANN im Jahr 2026 wurde ich gebeten, im Rahmen einer IG-Literatur-Veranstaltung im Musil-Haus Klagenfurtam 14. November 2025 einen Impulsvortrag über Ingeborg Bachmann zu halten. Die von Ilse Gerhardt organisierte Veranstaltung stand unter dem Titel „Es kommen härtere Tage“.

Die Beiträge des Abends wurden von Ilse Gerhard 2026 im Verlag Mohorjeva/Hermagoras unter dem Titel „Das hundertste Jahr“ herausgegeben: 

 

Mein Text mit dem Titel „Biografisches“ im Jubiläums-Sammelband befasst sich mit Fragen zum Schreiben der jungen INGEBORG BACHMANN in den Jahren 1942 bis 1946.

„Das hundertste Jahr“ wurde am 19. Juni 2026 im Garten des Bachmann-Hauses bzw. Museums, Henselstraße 26, in Klagenfurt präsentiert.